Artikelnummer:

162

Veronika | Verona

Gedenktag orthodox: 12. Juli
Gedenktag katholisch: 4. Februar

Name bedeutet: die Sieg Bringende (griech.) / das wahre Bild (latein. – griech.)

Jüngerin Jesu

Patronin: der Fotografen, Pfarrhaushälterinnen, Wäscherinnen, Weißnäherinnen, Leinenweber und -händler; bei schweren Verletzungen; gegen Blutfluss; für einen guten Tod

* in Israel
† um 70 in Soulac in Frankreich

Antike original russische Ikone aus dem 19. Jahrhundert.

Beschreibung

Die Heilige Veronika stammte aus Cäsarea Philippi (Paneas). Sie wurde von Christus von einem Blutfuss geheilt, der sie seit vielen Jahren schwächte (Mt. 9,20). Zum Dank ließ sie später eine Bronzestatue gießen, die Christus darstellte, wie Er einer vor Ihm knienden Frau die Hand reicht. Auf dem Sockel konnte man die Inschrift lesen: „Zur Ehre Gottes der Welterlösers“. Diese Statue stellte Veronika vor ihrem Haus auf, damit die Vorbeigehenden sie verehrten und ihres Urbildes, des Gottmenschen, gedenken möchten. Am Fuß der Statue wuchs eine Pflanze, die alle Krankheuten heilte. Dies ist wahrscheinlich das einzige Beispiel der Verehrung einer Statue in der orthodoxen Tradition. Im Jahre 361 wurde die Statue auf Befehl von Julian dem Apostaten zerstört.

Veronika erzählte nach der in der westlichen Kirche verbreiteten Legende dem Boten des kranken Kaisers Tiberius, dass sie – um immer ein Bild Jesu Christi bei sich zu haben, dem sie nicht von Ort zu Ort habe folgen können – diesen um ein Abbild gebeten habe. Sie hatte ein Tuch dabei, hat ihm dieses gereicht und mit seinem eingedrückten Antlitz zurückerhalten. Veronika fuhr mit dem Boten nach Rom, das Tuch erwies seine Heilkraft: Tiberius, der ein Wespennest im Kopf hatte, wurde gesund.

Um 1300 entstanden erweiterte Fassungen der Legende, die Veronika dem Kreuzweg Christi zuordnen: Veronika stand demnach als eine der vielen Frauen, von denen das Lukasevangelium (23, 27) berichtet, am Kreuzweg; als der Heiland zusammenbrach, reichte sie ihm ihr Schweißtuch, auf dem der Abdruck seines Antlitzes mit der Dornenkrone erhalten blieb.

Die byzantinische Legende erzählt, dass Jesus noch zu Lebzeiten dem König Abgar V. von Edessa ein wunderkräftiges Tuch mit dem Abbild seines Antlitzes zugesandt habe, das dieser am Stadttor von Edessa anbringen ließ; dort habe sich das Bild als Ziegelabdruck erhalten. Jüngere Fassungen dieser Legende berichten, dass nicht Abgar, sondern seine Tochter Berenike das Tuch erhalten habe. Kaiser Konstantin VII. ließ demnach 944 den Abdruck in seine Palastkapelle nach Konstantinopel – dem heutigen Ístanbul – bringen; nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Kreuzfahrer 1204 verlor sich seine Spur. Angebliche Kopien sind im Vatikan und nach Dokumenten aus dem 14. Jahrhundert in Genua.

Aus dem Buch: Das Synaxarion – die Leben der Heiligen der Orthodoxen Kirche Gemeinschaftswerk der byzantinischen Hagiographie (12 Bände), Französische Adaption in 6 Bänden Priestermönch Makarios von Simonos Petra (Athos), deutsche Adaption in 2 Bänden Hl. Kloster des Hl. Johannes d. Vorläufers, Chania, 2005 für die deutsche Fassung: Kloster des Klosters des Hl. Johannes d. Vorläufers, GR-73100 Chania. Verteilung DE, AT, CH: Prodomos Verlag, Mauerstrasse 7, D-14641 Nauen.

Sowie: Joachim Schäfer: Artikel Veronika, aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon – https://www.heiligenlexikon.de/BiographienV/Veronika.htm

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