Artikelnummer:

154

Moses

Antike original russische Ikone aus dem 19. Jahrhundert.

Beschreibung

Gedenktag orthodox/katholisch: 4. September

Name bedeutet: der aus dem Wasser gezogene / das Kind (ägyptisch – hebr.)

Prophet, Führer des Volkes Israel

* 1651 (nach jüdischer Zeitrechnung) in Ägypten

 1531 (nach jüdischer Zeitrechnung) auf dem Berg Nebo – dem heutigen Dschabal Nībū in Jordanien

Moses gehörte zum Stamm Levi und wurde in Ägypten geboren, als die Hebräer dem Phardo untertan waren Da sie sich stark vermehrten, befahl der Pharao, alle männlichen Kinder der Hebräer zu toten. Doch Moses‘ Mutter brachte es nicht über sich, das Knäblein dem Tod preiszugeben. Sie legte es in ein Körbchen und versteckte es zwischen den Binsen am Ufer des Nils. Die Tochter des Pharaos fand es und nahm das Kind zu sich. Sie nannte es Moses („aus dem Wasser gerettet“) und zog es auf wie ihr eigenes. Moses erlernte die ganze Weisheit der Ägypter. Als er 40 Jahre alt war, erschlug er einen Ägypter, weil jener einen Hebräer verprügelt hatte. Da musste er fliehen und ging in das Land Midian. In der Einsamkeit dort läuterte er sein Herz durch Gebet und Betrachtung der Wunder Gottes und machte sich so bereit für die Aufgabe, zu der Gott ihn ausersehen hatte – das Gottesvolk aus der ägyptischen Sklaverei in das Gelobte Land zu führen.

Eines Tages, als er am Horeb (Sinai) die Schafe seines Schwiegervaters Jethro weidete, erschien ihm Gott so weit, wie es einem Menschen möglich ist, Ihn zu sehen. Er sah einen Dornbusch, der lichterloh brannte, aber nicht verbrannte. So zeigte ihm Gott wie in einem Rätsel das große Mysterium der jungfräulichen Geburt und Fleischwerdung unseres Erlösers, die die Gesetze der Natur umwarf und sie gleichzeitig bewahrte.

Nach 40 Jahren in Midian kehrte Moses auf Gottes Geheiß nach Ägypten zurück, um sein Volk von der Tyrannei des Pharaos zu befreien. Zum Helfer gab Er ihm seinen leiblichen Bruder Aaron. Der Pharao aber verhärtete sein Herz und wollte die Hebräer nicht ziehen lassen, denn sie waren ihm nützlich als Arbeitskräfte. Da schlug Gott die Ägypter mit zehn Plagen, die Er durch Moses herbeiführen ließ: Er verwandelte alles Wasser Ägyptens in Blut, ließ Frösche ohne Zahl aus dem Nil kommen und sich verbreiten bis in das Gemach des Pharaos, machte den Staub der Erde zu Mücken, ließ Bremsen kommen in Unmengen, das ganze Vieh umkommen durch Seuchen, Geschwüre entstehen an Vieh und Menschen, Hagel fallen vermengt mit Feuer und Heuschrecken-Schwärme anrücken, die alles Grün abfraßen. Dann kam tiefe Finsternis über das Land, während 3 Tagen, und schließlich schlug der Herr um Mitternacht alle Erstgeburt in Ägypten, angefangen mit dem Sohn des Pharaos, und alle starben. Besiegt durch Gottes Macht, ließ der Pharao das Volk endlich ziehen. Gott öffnete das Rote Meer, sodass die Hebräer trockenen Fußes hindurchziehen konnten, und schloss es wieder über dem Pharao und seinem Heer, die ihnen nachgeeilt waren, um sie zu vernichten. 40 Jahre lang führte Moses das Volk durch die Wüste, um es zu erziehen und reif zu machen für die Güter des Verheißenen Landes. Trotz unzähligen Verfehlungen und Untreuen und ihrem ständigen Hang, sich auf die Götzen zu verlassen, auf das Werk ihrer Hände, statt auf Gott, war der Herr langmütig und bewahrte ihnen Sein Wohlwollen, dank der innigen Fürbitten Seines Knechtes Moses – Vorschattung des Messias, des einzigen wirklichen Mittlers, – der zu Gott schrie: Erlass ihnen ihre Sünde. Wenn nicht, dann streich mich aus dem Buch, das Du geschrieben hast (Ex 32,31). Als sie in der Wüste allen menschlichen Trostes entblößt waren, zeigte ihnen Gott durch viele Wunder Sein Erbarmen. Er ließ Manna vom Himmel fallen, um sie zu speisen, machte das bittere Wasser süß, führte sie bei Tag in Gestalt einer Wolke und nachts durch einen Lichtschein. Er ließ sie siegen über Amalek und die Barbarenstämme der Wüste.

Als sie zum Sinai kamen, rief Gott Moses, damit er allein auf den Gipfel steige. Dort zeigte Er Sich hm in einer dunklen Wolke, inmitten lauter Trompetenstöße. Moses sprach zu Gott wie zu einem Freund, und Gott antwortete ihm mit Donnerschlägen. Während dieser furchterregenden Offenbarung der göttlichen Herrlichkeit lehrte der Herr Seinen Knecht die Weisungen Seines heiligen Gesetzes. Moses blieb 40 Tage und 40 Nächte auf dem Berg, lernte alles, was nötig ist zum Erwerb der Tugend und des Wissens, und empfing genaue Vorschriften über den Bau des irdischen Heiligtums und den Kult, der dem Schöpfer des Alls darzubringen war, bis zur Zeit Seiner Erscheinung im Fleisch. Nachdem Moses in der überhellen Dunkelheit alle diese himmlischen Offenbarungen empfangen hatte, stieg er hinab vom Berg, die beiden Steintafeln in den Händen, auf die Gottes Finger die 10 Gebote geschrieben hatte. Das göttliche Licht erfüllte sein Herz, sodass es überstrahlte auf seinen Leib. Sein Gesicht leuchtete so sehr, dass das Volk, das nicht eingeweiht war in die göttlichen Mysterien, ihn nicht anblicken konnte. Deshalb musste Moses sein Antlitz verhüllen. Trotz all diesen Zeichen und Wundern hörten die Israeliten nicht auf zu sündigen und sich von Gott zu entfernen durch den Götzenkult. Doch Moses wurde nicht müde, einzutreten für sie, und sein Erbarmen war so groß, dass auch er an Gottes Beistand zu zweifeln schien. als das Wasser ausging in Meriba. Auf Gottes Geheiß schlug er an den Felsen, da sprudelte lebendiges Wasser hervor. Doch Gott sagte ihm, dass weder er selbst noch jemand von der Generation, die mit ihm ausgezogen war aus Ägypten, das Verheißene Land erreichen werde, wo Milch und Honig fließen, weil sie alle an Gottes Verheißung gezweifelt hatten. Und in der Tat, als Moses 120 Jahre alt wurde und die Hebräer sich anschickten, in das Land Kanaan einzuziehen, erhielt er von Gott die Weisung, auf den Berg Nebo zu steigen, damit er von dort oben das Land aus der Ferne schaue. Auf jenem Berg starb Moses und ward begraben, ohne dass man je erfuhr, wo genau seine Grabstätte war.

Aus dem Buch: Das Synaxarion – die Leben der Heiligen der Orthodoxen Kirche Gemeinschaftswerk der byzantinischen Hagiographie (12 Bände), Französische Adaption in 6 Bänden Priestermönch Makarios von Simonos Petra (Athos), deutsche Adaption in 2 Bänden Hl. Kloster des Hl. Johannes d. Vorläufers, Chania, 2005 für die deutsche Fassung: Kloster des Klosters des Hl. Johannes d. Vorläufers, GR-73100 Chania. Verteilung DE, AT, CH: Prodomos Verlag, Mauerstrasse 7, D-14641 Nauen.

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