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30

Dimitri

Antike original russische Ikone aus dem 19. Jahrhundert.

Beschreibung

Gedenktag orthodox: 19. Mai

Der Heilige Dimitrij war Sohn des Großfürsten Iwan von Wladimir und Moskau und wurde 1350 geboren. In tiefer Frömmigkeit erzogen, verbrachte er die meiste Zeit im Gebet und besuchte regelmäßig Kirchen und Klöster. Sein geistiger Vater, der Heilige Metropolit Alexif (12.2.), der nach dem Tod von Großfürst Iwan die Regentschaft ausübte für ihn, lehrte ihn, die Staatsgeschäfte im Geist des Evangeliums zu leiten und alles zum Ruhme Gottes zu tun.

Die langjährige und unerbittliche Tataren-Herrschaft hatte Russland in einen erbärmlichen Zustand gebracht, und alles war neu aufzubauen, besonders im sittlichen und geistigen Bereich. Die göttliche Vorsehung übertrug diese Aufgabe der Erneuerung dem Fürsten Dimitrij, der die endgültige Befreiung des Landes vom Mongolen-Joch in die Wege leiten sollte, während gleichzeitig der Heilige Sergeij von Radonesch (25.9.) mit seinen Jüngern dem russischen Volk das Mönchsleben als Vorbild christlicher Vollkommenheit vor Augen führte. Geleitet von den drei Heiligen Alexij, Sergij und Feodor, Erzbischof von Rostow (28.11.), und unterstützt von seiner frommen Gattin, der Heiligen Eudokia (7.7.), machte sich der Großfürst zuerst an das unerlässliche Werk, die untereinander zerstrittenen russischen Fürstentümer zu einigen und die Unabhängigkeit der Kirche von der weltlichen Macht zu sichern. Nachdem er 1370 den Fürsten von Suzdal und dessen Verbündete besiegt hatte, erwirkte er 1375 die Unterordnung der Fürsten von Ryazan und Twer. Sein Ziel war, durch die freie Unterordnung der Fürstentümer unter den Großfürsten von Moskau einen geeinten Staat zu schaffen, nach dem Bild der gegenseitigen Liebe zwischen den Personen der Heiligen Dreiheit. Er weilte oft in der Lavra des Heiligen Sergij, dem er in seinem Werk geistiger Erneuerung beistand. So gründete er zahlreiche Klöster, an deren Spitze er Jünger des Heiligen Sergij stellte.

1378 fiel ein großes Mongolen-Heer in das Fürstentum Ryazan ein, mit dem Ziel, Moskau zu besetzen. Fürst Dimitrij stellte sich ihm entgegen und errang einen ersten Sieg. 1380 aber stellte Khan Mamai eine riesige Armee auf und marschierte mit fast 400.000 Mann in Russland in. Da erkannte der Großfürst, dass der entscheidende Moment gekommen war, auf den er sich seit so langer Zeit vorbereitet hatte. Die Früchte seiner Einigungspolitik erntend, versammelte er seinerseits eine mächtige Armee, unter dem Motto: „Gott ist unsere Zuflucht und unsere Stärke!“ Nach dem Fest der Entschlafung der Gottesmutter begab er sich in die Lawra des Heiligen Sergij, der ihm seinen Segen gab zum Kampf gegen die Gottlosen und seinen Sieg voraussagte. Am 7. September 1380, Vortag des Festes der Geburt der Gottesmutter, überschritten die russischen Truppen den Don und erreichten die Ebene von Kulikowo („Schnepfenfeld“). An ihre Spitze hatte der Heilige Dimitrij wie ein neuer Konstantin das Kreuz gestellt. Als die Stunde der Schlacht kam, ermutigte er seine Männer mit diesen Worten: „Geliebte Brüder, lasst uns kämpfen für Gott, für die Heilige Kirche und für den christlichen Glauben. Müssen wir sterben, so ist dieser Tod nicht zum Tod, sondern zum ewigen Leben. Denkt an nichts Irdisches, meine Brüder. Lasst uns beharrlich sein im Kampf, dann werden wir die Siegerkrone empfangen von Christus, unserem Gott und Erlöser unserer Seelen.“ Ein Novize der Lawra des Heiligen Sergij warf sich als erster in den Kampf und fiel als Held. Die Schlacht war schrecklich, die größte und blutigste, die die russische Erde jemals erlebt hatte. Die Männer starben nicht bloß im Kampf, sondern auch zerdrückt von dieser Masse von Soldaten, die in der allzu engen Ebene zusammengedrängt waren. Während der ganzen Dauer des Kriegsgeschehens verfolgte der Heilige Sergij dasselbe kraft seiner Hellsichtigkeit und nannte seinen Jüngern die Namen der Gefallenen, damit Gedächtnisgottesdienste für sie gefeiert werden konnten. Schließlich trug die russische Armee einen überragenden Sieg davon, der ein entscheidender Schritt war auf dem Weg zur endgültigen Befreiung vom Tataren-Joch und der Schaffung des Zarenreichs. So wurde die Schlacht von Kulikowo zum Symbol für das Erwachen des russischen Volks und für den Sieg Christ

über die Finsternis des Heidentums.

Nach Moskau zurückgekehrt und geheilt von seinen Kriegsverwundungen, konnte sich der Heilige Dimitrij nicht lange des Friedens erfreuen. 1382 zogen die Mongolen abermals Richtung Moskau. Sie verwüsteten die Stadt und zwangen Dimitij zur Flucht nach Kostroma, vermochten ihre Position jedoch nicht zu halten. Die Befreiungsbewegung gewann immer größere Kraft, bis sie ein Jahrhundert später ihr Ziel erreichen sollte. Der Heilige Dimitrij aber erschöpft von seinen Kämpfen und Krankheiten, entschlief am 19. Mai 1389 im Alter von nur 40 Jahren, nachdem er aus den Händen des Heiligen Sergij die Göttliche Kommunion empfangen hatte.

Aus dem Buch: Das Synaxarion – die Leben der Heiligen der Orthodoxen Kirche Gemeinschaftswerk der byzantinischen Hagiographie (12 Bände), Französische Adaption in 6 Bänden Priestermönch Makarios von Simonos Petra (Athos), deutsche Adaption in 2 Bänden Hl. Kloster des Hl. Johannes d. Vorläufers, Chania, 2005 für die deutsche Fassung: Kloster des Klosters des Hl. Johannes d. Vorläufers, GR-73100 Chania. Verteilung DE, AT, CH: Prodomos Verlag, Mauerstrasse 7, D-14641 Nauen.

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