Artikelnummer:

19

Christina

Antike original russische Ikone aus dem 19. Jahrhundert.

Beschreibung

Gedenktag orthodox/katholisch: 24. Juli

Name bedeutet: die Christin (griechisch – lateinisch)

Märtyrerin

Attribute: Feuerofen, Mühlstein, Pfeile, Rost, Schlangen

Patronin: der Müller, Bogenschützen und Seeleute

* in Volsinium, heute Ruinen bei Bolsena in Italien oder: in Tyris, heute Sur im Libanon

 um 297 in Volsinium, heute Ruinen bei Bolsena in Italien oder: in Tyros, heute Sur im Libanon

Die Heilige Christina lebte in Tyros in Palästina, zur Zeit des römischen Kaisers Septimus Severus (194-211). Sie war die Tochter eines mächtigen heidnischen Generals namens Urbanus, der ihre strahlende Schönheit eifersüchtig verbarg vor den Blicken der Welt und sie in einen hohen Turm einschloss, wo sie von vielen Dienerinnen umhegt wurde und alle Annehmlichkeiten und jeden Luxus genoss. Ihr Vater hatte den Turm mit kostbar geschmückten Götzenbildern versehen, damit seine Tochter dieselben anbete. Doch obwohl Christina eingeschlossen lebte, ohne Kontakt zur Außenwelt, besuchte sie die Gnade Gottes und erleuchtete ihren Geist, sodass sie zur Erkenntnis der Wahrheit geführt wurde. Indem sie rechten Gebrauch machte von ihrer Vernunft, begriff sie, dass diese leblosen Statuen, Erzeugnisse menschlicher Hände, keinesfalls Götter sein konnten, und indem sie durch das Fenster die Schönheit von Himmel und Erde und die Wunder der Natur betrachtete, schloss sie, dass solche Harmonie das Werk eines einzigen und unendlich weisen Gottes und Schöpfers sein musste. Da sandte der Herr einen Engel zu ihr, der sie alles lehrte, was ihr Herz undeutlich und dunkel fühlte hinsichtlich der Mysterien Gottes und der Schöpfung. Nachdem sie auf diese Weise das Licht der Wahrheit empfangen hatte, begann Christina voll glühenden Eifers für Gott in Leben des Fastens und des Gebets zu führen. Als ihre Eltern sie danach besuchten und sie aufforderten, die Götzenbilder zu verehren, lehnte sie schroff ab und erklärte, sie sei von nun an Jüngerin Christi, des wahren Lichts, das in die Welt gekommen ist. Dann bat sie ihren Vater, ihr ein makelloses Gewand zu beschaffen, um dem Einen Gott in Drei Personen in geistiges Opfer darzubringen. Nachdem Urbanus, der diese Sprache nicht verstand, seiner Tochter das Gewünschte gebracht hatte, ergab sie sich dem Gebet, und in Engel kam, begrüßte sie als Braut Christi und kündete ihr die Prüfungen an, die sie durchzustehen haben würde, um Gott zu verherrlichen. Dann bezeichnete er sie mit dem Siegel Christi, segnete sie und gab ihr ein himmlisches Brot zur Nahrung. In der folgenden Nacht schlug die Heilige mit einem Hammer alle Statuen, die sich in dem Turm befanden, in Stücke, die sie an die Armen verteilen ließ. Als Urbanus anderntags entdeckte, was geschehen war, geriet er in großen Zorn. Er ließ die Dienerinnen enthaupten, Christina selbst aber auspeitschen von 12 Soldaten, bis diese erschöpft die Arme sinken ließen. Doch gestärkt durch die Gnade Gottes, blieb die Heilige unbeugsam in ihrem Bekenntnis. Da ließ Urbanus seine Tochter in Ketten ins Gefängnis führen und in den folgenden Tagen weiteren grausamen Martern unterwerfen. Alle seine Bemühungen blieben indessen fruchtlos. Christus selbst erschien Christina vom Himmel her, begleitet von Engelscharen, und taufte sie im Meer. Dann vertraute Er sie dem hl. Erzengel Michael an, der sie zurückgeleitete in ihr Elternhaus.

Als Urban sah, dass seine Tochter alle seine Machenschaften überlebt hatte, befahl er, sie zu enthaupten. doch in derselben Nacht starb er. Einige Tage später kam ein neuer Militärgouverneur, Dion, der die Märtyrerin vorführen, erneut foltern und öffentlich demütigen ließ. Danach gab Christina vor, sie wolle opfern, und wurde in den Tempel des Apolls geführt. Sie erhob ein inniges Gebet zum Herrn, worauf sich die Statue auf ihren Befehl um 40 Schritte entfernte. Da Dion ungläubig blieb, brachte sie das Götzenbild durch ihr Gebet zu Fall, sodass es zerbrach. Daraufhin bekehrten sich mehr als 3000 Heiden, die Zeugen des Wunders wurden. Dion aber konnte eine so große Niederlage nicht verkraften und starb kurz darauf. An seiner Stelle kam der Statthalter Julian, der Christina in einen Glutofen stecken und dann Schlangen und Raubtieren vorwerfen ließ, doch im Feuer sang sie 5 Tage lang Dankeshymnen und kam heil wieder heraus, und die Schlangen und Raubtiere taten ihr nichts zuleide, sondern wischten ihr zärtlich den Schweiß von der Stirn. Julian allein blieb wilder als die Tiere und hörte nicht auf, die Heilige zu peinigen. Er ließ ihr die Brüste abschneiden, aus denen Blut und Milch flossen. Danach riss man ihr die Zunge aus und durchbohrte sie schließlich mit Lanzen, womit sie den Siegeskranz errang, und auszog zur ewigen Ruhe beim himmlischen Bräutigam.

Aus dem Buch: Das Synaxarion – die Leben der Heiligen der Orthodoxen Kirche Gemeinschaftswerk der byzantinischen Hagiographie (12 Bände), Französische Adaption in 6 Bänden Priestermönch Makarios von Simonos Petra (Athos), deutsche Adaption in 2 Bänden Hl. Kloster des Hl. Johannes d. Vorläufers, Chania, 2005 für die deutsche Fassung: Kloster des Klosters des Hl. Johannes d. Vorläufers, GR-73100 Chania. Verteilung DE, AT, CH: Prodomos Verlag, Mauerstrasse 7, D-14641 Nauen.

Haben Sie noch Fragen? Buchen Sie einen Termin!
Kontakt
[ivory-search id="15520" title="Default Search Form"]