Sonstige Darstellungen - Die Heiligen

Antike russische Ikonen

 

Die Heiligen sind durch ihre enge Verbindung mit Gott ausgezeichnet. Sie haben um ihren Glauben gelitten, ihn oft-mals bis zur Selbstaufgabe verteidigt und kraft ihres Glaubens Taten vollbracht, die allgemein menschliches Maß übersteigen.

 

Im Hebräerbrief weist Paulus mit folgenden Worten auf das Leben der Heiligen hin: „Sie haben Spott und Geißel erlitten, dazu Bande und Gefängnis; sie sind gesteinigt, zerhackt, zerstochen, durch das Schwert getötet; sie sind umhergegangen in Pelzen und Ziegenfellen, mit Mangel, mit Trübsal, mit Ungemach, sie, derer die Welt nicht wert war.“

 

Die Heiligen helfen den Gläubigen nicht aus eigenem Vermögen, sondern mit Hilfe der Eigenschaften, die Gott ihnen verliehen hat. Gott allein gebührt Anbetung; Engel und Heilige werden nur verehrt. Die höchste Verehrung erfährt die Gottesmutter. Da die Heiligen Mittler sind zwischen Gott und den Menschen, kann man sie in Fragen des persönlichen Lebens anrufen, auf das sie Fürbitte leisten bei Gott.

 

Zu den Heiligen gehören zunächst die Propheten, hebräisch: Verkünder (des göttlichen Willens) und die Apostel. Sie tragen auf Ikonen meist einen Heiligenschein. Meistes ist ihnen auf bildlichen Darstellungen ein Attribut mitgegeben, das sie kennzeichnet. Die Attribute beziehen sich im Allgemeinen auf ihr Leben. Zuweilen ist ihre Anwesenheit im Bildgeschehen auch nur durch ihre Symbole gezeigt.

 

Man unterscheidet zwischen den vier großen und den zwölf kleinen Propheten, je nach dem Umfang der Aufzeichnungen über ihr Wirken. Die vier großen Propheten und ihre Attribute sind: Jesajas (Säge), Jeremias (Rute, Wächterstab), Ezechiel (Tor mit Türmen) und Daniel (Löwe oder Widder). Seit dem 9. Jahrhundert werden sie auf bildlichen Darstellungen oft den vier Evangelisten gegenübergestellt.

 

Die zwölf kleinen Propheten, die häufig den zwölf Aposteln gegenübergestellt werden, sind: Oseas/Hosea Joel, Amos, Abdias/Obadja, Nahum, Jonas Micha, Habakuk, Sophonias/Zephanja, Haggai, Zacharias und Malachias/Maleachi.

 

Auch Elias und sein Jünger Elisa (Elisäus) werden den Propheten zugerechnet, ebenso Moses, die Prophetenfürsten David und Salomon und andere mehr, darunter einige Altväter wie Aaron und Samuel. Das Malerhandbuch von Athos gibt uns darüber Auskunft. Zu den zwölf Aposteln zählen in der Ostkirche viele der Jünger Jesu und Paulus, der von Jesus zum Apostel berufen wurde sowie, abweichend von der westlichen Kirche, die Evangelisten Markus und Lukas. Die Namen aller zwölf sind: Petrus, Andreas, der Evangelist Johannes, Philippus, Bartholomäus, der Evangelist Matthäus, Thomas der jüngere, Simon, Paulus und die beiden Evangelisten Markus und Lukas.

 

Von den Heiligen aus der Reihe der Hierarchen, der geistlichen Leiter und Bischöfe, werden in der Ostkirche besonders Basilius der Große, Gregor von Nazianz und Johannes Chrysostomos verehrt und auf Ikonen dargestellt. Ihnen zu Ehren feiert die orthodoxe Kirche am 30. Januar das Fest der Drei Heiligen Hierarchen. Sie sind häufig gemeinsam auf Ikonen zu sehen.

 

Etwa 2000 Heilige gibt es in der orthodoxen Kirche. Zu den beliebtesten zählen: die beiden Apostel Petrus und Paulus, die Kirchenlehrer Basilius und Chrysostomos, die Kriegerheiligen Georg und Demetrius, Nikolaus, der Wundertäter, Johannes der Vorläufer und der alttestamentarische Prophet Elias. Von ihrem Leben und ihren Taten erzählen die meisten Heiligenikonen.