IKONEN MAUTNER

David

David

Gedenktag orthodox: 26. Dezember, Sonntag nach Weihnachten

Name bedeutet: der Geliebte (hebräisch)

König von Israel

Attribute: Steinschleuder, Harfe

Patron: der Sänger, Musiker, Dichter und Bergleute

* 1034 v. Chr. in Betlehem

971 v. Chr. in Jerusalem

David der König und Prophet war der jüngste der acht Söhne des Ephrathiters Isai (Jesse), der um 1000 v. Chr. in Bethlehem lebte. In seiner Jugend weidete er die Schafe seines Vaters. Er war von anmutiger Gestalt, mit schönen Augen und rötlichem Haar, und zeichnete sich aus durch seine Gottesfurcht und Weisheit, seine Demut und seine große Sanftmut, die einherging mit großem Heldenmut im Kampf. Als König Saul ungehorsam wurde, wandte sich Gott ab von ihm und sandte den Propheten Samuel nach Bethlehem, damit er den Jüngsten Isais, den demütigen David, zum König von Israel salbe und ihm Sein Wohlwollen und Seinen Beistand zusichere, ihm und seinen Nachkommen auf immer. Von da an entfernte sich der Geist Gottes von Saul und ließ sich nieder auf David. Saul aber überließ Er periodischen Anfällen des Wahns und Deliriums. Bei solchen Krisen pflegte man den jungen David herzurufen, damit er den König besänftige durch sein Harfenspiel und seinen Gesang.

Als die Philister anrückten zum Krieg gegen Israel und dasselbe mit Spott und Hohn herausforderten, trat der zarte Hirtenknabe allein vor, zum Gelächter der einen und zur Überraschung der anderen, bewaffnet allein mit dem Namen des Herrn und einer Steinschleuder mit 5 Kieseln aus dem Bach, um sich dem mit Erz gepanzerten Riesen Goliath im Zweikampf zu stellen. Er schleuderte mit seiner Schleuder einen der kleinen Steine, und dieser traf Goliath an der Stirn, sodass er zu Boden stürzte. Nach diesem Triumph machte ihn König Saul zum Anführer einer Tausendschaft, und David errang Sieg um Sieg gegen die Heidenvölker. Er wurde so berühmt und beliebt im Volk, dass der König eifersüchtig wurde auf ihn und ihm immer gefährlichere Aufträge gab, damit er umkomme im Kampf. Doch Gott war mit ihm, und er kehrte jedes Mal siegreich zurück. Dann gab ihm Saul seine Tochter Michal zur Frau, damit er bei der Erkämpfung der Brautgabe sterbe, doch auch diese List misslang, sodass Saul schließlich versuchte, David mit der Lanze zu töten. Dank der Hilfe Jonathans, Sauls Sohn, der David liebte wie seinen eigenen Bruder, floh er vom Hof und begann in Wanderleben zu führen, an der Spitze von 400 Getreuen. Sie wohnten eine Zeitlang in der Höhle Adullam, und als sie Hunger litten, gab der Priester Abimelech, den David im Heiligtum in Nob aufsuchte, seinen Männern die 5 Schaubrote zu essen. Er gab David auch Goliaths Schwert, mit dem er in der Folge viele Siege errang. Saul verfolgte ihn, doch David achtete ihn als König, und obwohl Saul in der Bergfestung von Enggedi in seine Macht gegeben wurde, tötete er ihn nicht, sondern ließ ihn ziehen. Auch später verschonte er ihn. wenn ihm die Gelegenheit gegeben wurde, ihn umzubringen. Als Saul schließlich bei der Niederlage Israels gegen die Philister bei Gelboa umkam, zusammen mit seinem Sohn Jonathan, beweinte David seines Freundes und des Königs Tod aus aufrichtigem Herzen und schrieb zu beide Ehren in ergreifendes Klagelied. Dann ging er auf Gottes Weisung nach Hebron und wurde vom Stamm Juda als König anerkannt.

Sieben Jahre später wurde er König über das ganze Volk Israel und errichtete seine Hauptstadt in Jerusalem, dass er von den Jebusitern gewonnen hatte. Er dehnte die Grenzen seines Reiches aus, sodass es vom Euphrat bis ans Mittelmeer und vom Libanon-Gebirge bis zur Wüste Arabiens reichte. Danach ließ er in einem großen Festzug die Arche’ Gottes nach Jerusalem bringen, dass nun nicht nur Hauptstadt des irdischen Reiches Israel war, sondern auch das geistige Zentrum des auserwählten Volkes, die Heilige Stadt, in welcher Gottes Herrlichkeit ruhte, Bild und prophetische Figur des himmlischen Jerusalem, das am Ende der Zeiten aus den Himmeln herabkommen wird (Offb 21). David hatte gelobt, sich keine Ruhe zu gönnen, bis er einen Ort gefunden hätte für den Herrn, eine Wohnstatt für den Gott Jakobs (Ps 131,5). Deshalb ward er am Tag dieser Überführung, mit der sich sein Gelöbnis erfüllte, von so großer Freude erfüllt, dass er sich an die Spitze des Umzugs stellte und vor der Arche wie in Entrückung aus ganzem Herzen sang, tanzte und hüpfte, ohne zu achten auf das Urteil anderer. In der Folge ordnete er mit großer Sorgfalt die Opfer-Praxis und liturgischen Feiern, damit alles in Würde und Gottesfurcht vollzogen würde, und verteilte die verschiedenen Funktionen der dem Dienst des Herrn zugeordneten Priester und Leviten. Er selbst schrieb unter Eingebung des Heiligen Geistes zahlreiche Psalmen zum Lobe Gottes, die im Kult verwendet wurden. Diese Psalmen Davids, die den Großteil unseres Psalters ausmachen, drücken auf unnachahmliche Weise alle Empfindungen, Gedanken und Gesten der Anbetung des gläubigen Menschen gegenüber Gott aus. Deshalb sind sie auch Grundlage und Ausgangspunkt des Gebets der Kirche, des persönlichen ebenso wie des gemeinschaftlichen.

Vorbild der Tugend in seinem Handeln und der Weisheit in seinen Worten, war David der größte und ruhmreichste der Könige Israels, eine Vorausnahme, eine Vorschattung des Messias, des Erlösers Jesus Christus, Der ja auch als Sohn Davids bezeichnet wird, d.h. als Spross seiner Ahnenreihe dem Fleische nach, 2 und durch Seine Auferstehung die Verheißungen Gottes an den Propheten-König erfüllen sollte (Apg. 13,32). So wurde der Name David selbst zum Synonym für den erwarteten Erlöser, Der auf Erden in geistiges Königtum errichten sollte, das nicht von dieser Welt ist (Joh. 18,36): Ich, der Herr, werde ihnen Gott sein, und Mein Diener David wird Fürst sein unter ihnen. (Ez. 34,24). Doch trotz dieser Auserwählung durch Gott und seiner Tugenden gelangte König David nicht zur vollen Erfüllung seines Wunsches: der Errichtung des Tempels, einer festen Stätte, wo Gottes Herrlichkeit auf immer wohnen konnte auf Erden. Ein solch heiliges Werk nämlich konnte nur von einem vollbracht werden, dessen Hände nicht besudelt waren durch Kriege und Blutvergießen. Diese höchste Ehre war Davids Sohn Salomon vorbehalten, dem Weisesten unter den Weisen, Erbe des durch seinen Vater befriedeten Reichs, der seine ganze Kraft auf den Bau des Hauses Gottes konzentrieren konnte. David selbst vermochte nur das hierzu notwendige Material vorzubereiten und zu sammeln.

Obschon David in hoher Gunst stand bei Gott, hatte er nicht die Vollkommenheit seines Nachkommen, des Gottmenschen Jesus Christus. Denn er war trotz allem ein den Leidenschaften unterworfener Mensch und fiel in Sünde. Obwohl er 20 Frauen hatte, begehrte er zu allen diesen hin noch die schöne Bersabe, die Frau des Hethtiters Uria, und zwar so sehr, dass er denselben bei der Belagerung von Rabba in die vorderste Reihe stellen ließ, um sich seiner zu entledigen. Nachdem der Hethiter umgekommen und die vorgeschriebene Trauerzeit vorüber war, heiratete er Bersabe und hatte von ihr einen Sohn, der jedoch infolge des göttlichen Zorns bald starb. Doch Gott, Der nicht den Tod des Sünders will, sondern seine Umkehr von seinem Abweg, damit er lebe (Ez. 33,11), lies Seinen Auserwählten nicht im Abgrund der Verderbnis. Er sandte ihm den Propheten Nathan, der dem König auf einem Umweg die Abscheulichkeit seines Verbrechens um Bewusstsein brachte. Geblendet durch sein sündiges Verlangen, hatte er sich bis zum Mord verleiten lassen. Als durch den Tadel des Propheten Davids Gewissen geweckt wurde, bekannte er in aller Demut seine Sünde vor Gott und zeigte eine so vollkommene Reue, dass der Psalm, den er damals anstimmte: Erbarme Dich meiner, o Gott, in Deinem großen Erbarmen, und in der Fülle Deiner Barmherzigkeit, tilge meine Schuld… (Ps. 50), für alle Sünder zum Modell des Gebets wurde, das sie zum Herrn erheben sollen, um Seine Vergebung zu erbitten. Gott erhörte ihn, und Bersabe gebar ihm einen neuen Sohn, Salomon. Gegen Ende seines Lebens aber hatte David die Rebellion seines anderen Sohnes Absalom zu ertragen, der die Macht an sich zu reißen suchte und den König zur Flucht zwang. Verfolgt von seinem eigenen Sohn wie in seiner Jugend von Saul, freute sich der König dennoch nicht, als Absalom schließlich von seinem Heerführer Joab getötet wurde. Vielmehr brach er, der keine Rachsucht kannte, in Tränen aus und klagte über den Tod dessen, den er trotz allem stets als seinen Sohn betrachtet hatte. Nachdem David Salomon als Nachfolger salben lassen und ihn ermahnt hatte, die Gottesfurcht zu bewahren und den Tempel zu vollenden, dankte er Gott für alle Großtaten, die Er durch seine Hand vollbracht hatte, und rief die Vollversammlung des Volkes auf, den Namen des Herrn allezeit zu loben. Danach entschlief er in seiner Stadt Jerusalem im Alter von 70 Jahren. Er hatte 40 Jahre lang regiert: 7 Jahre in Hebron über Juda und 33 Jahre in Jerusalem über die 12 Stämme Israels.

Aus dem Buch: Das Synaxarion – die Leben der Heiligen der Orthodoxen Kirche Gemeinschaftswerk der byzantinischen Hagiographie (12 Bände), Französische Adaption in 6 Bänden Priestermönch Makarios von Simonos Petra (Athos), deutsche Adaption in 2 Bänden Hl. Kloster des Hl. Johannes d. Vorläufers, Chania, 2005 für die deutsche Fassung: Kloster des Klosters des Hl. Johannes d. Vorläufers, GR-73100 Chania. Verteilung DE, AT, CH: Prodomos Verlag, Mauerstrasse 7, D-14641 Nauen.

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