IKONEN MAUTNER

Bonifatius | Bonifazius

Bonifatius | Bonifazius

Gedenktag orthodox: 14. Mai, 19. Dezember

Gedenktag katholisch: 14. Mai

Name bedeutet: der Wohltäter (lateinisch) Märtyrer, Eisheiliger (Bonifatius ist einer der drei Eisheiligen)

* in Rom um 306 in Tarsus in Kilikien in der heutigen Türkei

 Der Heilige Bonifatius war Sklave im Dienst einer reichen Römerin namens Aglaia, Tochter des Prokonsuls der Hauptstadt zur Zeit des Kaisers Diokletian (286-305). Seine Herrin hatte ihn zum Verwalter ihrer ausgedehnten Ländereien gemacht, und er führte ein zügelloses Leben, ganz der Unzucht und dem Trunk hingegeben, wie es damals bei den Römern üblich war. Er hatte keine Gewissensbisse, selbst mit Aglaía zu sündigen, war aber bei alledem ein gutherziger Mensch, gastfreundlich und großzügig gegen die Armen, denen er reiche Almosen spendete.

Nach einigen Jahren dieses Treibens wurde Aglaía von ihrem Gewissen geplagt. Furcht ergriff sie beim Gedanken an den Tod und das Endgericht. Als sie deshalb von Christen vernahm, dass jene, die die Reliquien der Heiligen Märtyrer ehren, auf deren Fürbitten bei Gott zählen können und Vergebung ihrer Sünden erlangen, rief sie Bonifatius zu sich und beauftragte ihn, nach Kleinasien zu reisen, wo die Christen damals heftig verfolgt wurden, gegen Gold heilige Reliquien zu erwerben und diese nach Rom zu bringen.

An der Spitze einer großen Eskorte, die viel Gold mit sich führte, in Tarsos angekommen, begab sich Bonifatius sogleich ins Amphitheater, wo er mit tiefer Betroffenheit der Passion von rund 20 christlichen Märtyrern beiwohnte. Doch alle blieben unerschütterlich. Sie zeigten so große Standhaftigkeit, dass der sittenlose Höfling sein Herz in sich zerfließen fühlte. Unter Tränen fiel er den Heiligen Märtyrern zu Füßen, küsste voller Ehrfurcht ihre Fesseln, und nachdem er sie um den Beistand ihres Gebets ersucht hatte, erklärte er öffentlich, dass auch er ein Jünger Christi sei. Er wurde sogleich ergriffen und vor den Gouverneur geschleppt. Nachdem er mit kühnen Worten den Erlöser bekannt und den Götzenkult verurteilt hatte, brachte man ihn zurück ins Amphitheater, wo er durch die Gebete der Heiligen mit Gelassenheit mancherlei Martern ertrug. Am anderen Tag wurde er zum Tode verurteilt, was er mit Freude zur Kenntnis nahm. Nach einem innigen Gebet zum Herrn für die Stärkung des Christenvolkes und für die Vergebung seiner Sünden wurde er enthauptet.

Aus dem Buch: Das Synaxarion – die Leben der Heiligen der Orthodoxen Kirche Gemeinschaftswerk der byzantinischen Hagiographie (12 Bände), Französische Adaption in 6 Bänden Priestermönch Makarios von Simonos Petra (Athos), deutsche Adaption in 2 Bänden Hl. Kloster des Hl. Johannes d. Vorläufers, Chania, 2005 für die deutsche Fassung: Kloster des Klosters des Hl. Johannes d. Vorläufers, GR-73100 Chania. Verteilung DE, AT, CH: Prodomos Verlag, Mauerstrasse 7, D-14641 Nauen.

Joachim Schäfer: Artikel Bonifatius von Tarsus, aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienB/Bonifatius_von_Tarsus.html

[ivory-search id="15520" title="Default Search Form"]