IKONEN MAUTNER

Barbara

Barbara

Gedenktag orthodox: 4. Dezember, 11. Juli

Name bedeutet: die Fremde (griechisch) Großmärtyrerin, Nothelferin

Attribute: Turm mit drei Fenstern, Kelch und Hostie, Kanonenrohr, Fackel

Patronin: des Bergbaus, der Türme, Festungsbauten und der Artillerie, der Bergleute, Geologen, Architekten, Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Bauern, Metzger, Köche, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher, Waffenschmiede, Sprengmeister, Buchhändler, Goldschmiede, Sprengmeister und Salpetersieder, der Mädchen, Gefangenen, Sterbenden, für eine gute Tod

* Ende des 3. Jhdt. in Nikomedia, heute Ízmit (Türkei) oder: in Heliopolis, heute Baalbek im Libanon

306 in Nikomedia in der Türkei

Die Heilige Barbara lebte zur Zeit des römischen Kaisers Marcus Aurelius Valerius Maximianus (286-305) in Heliópolis im Hellespont (Kleinasien). Sie war das einzige Kind eines reichen Heiden namens Dióskoros, der sie ihrer großen Schönheit wegen hütete wie seinen Augapfel. Da er eine lange Reise zu unternehmen hatte, ließ er sie mit ihren Dienerinnen in das Obergeschoss eines Turms seines Palastes einschließen, damit kein Mann sie zu Gesicht bekäme. Er hatte sie mit jedem Luxus überhäuft und ihr eine umfassende heidnische Bildung zukommen lassen. Doch vom Herr Selbst belehrt, fand die wohlgeneigte Jungfrau zum wahren Glauben an den einzigen Gott in Drei Personen, und von da an wandte sie sich ab von allen Nichtigkeiten, um ihr Herz allein dem Göttlichen Geliebten, Christus, zuzuwenden.

Dióskoros hatte am Fuß des Turms den Bau eines Bades angeordnet, das von zwei Fenstern erhellt werden sollte. Während der Abwesenheit ihres Vaters befahl Barbara den Bauleuten, ein drittes Fenster beizufügen, damit die Halle von einem dreifachen Licht erhellt würde, als Symbol der Heiligen Dreiheit Vater, Sohn und Heiliger Geist. Als Dioskoros zurückkehrte von seiner Reise und seiner Tochter den Heiratsantrag eines reichen Freiers mitbrachte, stieß er auf harten Widerstand, denn Barbara wünschte ihre Jungfräulichkeit dem Welterlöser zu weihen. Die Überraschung des Vaters wandelte sich zum heftigen Zorn, als er vernahm, dass auf Anordnung seiner Tochter ein drittes Fenster im Bad geöffnet worden war. Er fragte sie nach dem Grund hierfür, und Barbara antwortete, indem sie das Kreuzeszeichen machte und sagte: „Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist – durch dieses eine Licht wird die ganze Schöpfung erleuchtet, und in diesem Zeichen erlangt jeder Mensch das Heil.” Bei diesen Worten geriet Dióskoros außer sich, zog sein Schwert und wollte Barbara auf der Stelle enthaupten, doch sie entkam und floh ins Gebirge, wo ein Felsen sich auf wunderbare Weise öffnete und ihr Zuflucht bot.

Ihr Aufenthaltsort wurde jedoch entdeckt und Dióskoros gemeldet. Dieser kam und ergriff sie und lieferte sie dem Provinzgouverneur aus. Beim Verhör bekannte sich die Heilige furchtlos und mit flammenden Worten zu Christus und verurteilte den Götzenkult. Da wurde sie so grausam geschlagen, mit Nadeln zerstochen und mit Fackeln versengt, dass ihr Leib am Ende nur noch eine einzige Wunde war. Man warf sie in einen dunklen Kerker, doch in der folgenden Nacht erschien ihr der Herr Jesus Christus in einem strahlenden Licht, heilte sie und versprach ihr Seinen Beistand bis zum Ende ihres Kampfes.

Am nächsten Tag brachte man Barbara erneut vor den Tyrannen, der sich wunderte über ihre rasche Wiederherstellung. Man unterwarf sie neuen Torturen und entkleidete sie, um sie dem öffentlichen Spott preiszugeben. Doch der Herr ließ nicht zu, dass unzüchtige Blicke die Reinheit Seiner Jungfrau trafen. in Feuerball senkte sich plötzlich vom Himmel herab über sie und bedeckte sie wie mit einem Lichtgewand. Angesichts dieser Wunder und der Standhaftigkeit der Heiligen trat eine junge Frau namens Juliana vor und erklärte sich ebenfalls als Christin, bereit, Barbaras Leiden zu teilen. Sie wurde sogleich ergriffen und gefoltert. Schließlich verurteilte man beide Märtyrerinnen zum Tod durch das Schwert. Man führte sie auf eine Anhöhe, wo Juliana von einem Folterknecht enthauptet wurde, Barbara aber von ihrem eigenen Vater, der eigens darum gebeten hatte. Das göttliche Gericht ließ nicht lange auf sich warten – auf dem Rückweg wurde Dióskoros vom Blitz getroffen und zu Asche verbrannt.

 

Aus dem Buch: Das Synaxarion – die Leben der Heiligen der Orthodoxen Kirche Gemeinschaftswerk der byzantinischen Hagiographie (12 Bände), Französische Adaption in 6 Bänden Priestermönch Makarios von Simonos Petra (Athos), deutsche Adaption in 2 Bänden Hl. Kloster des Hl. Johannes d. Vorläufers, Chania, 2005 für die deutsche Fassung: Kloster des Klosters des Hl. Johannes d. Vorläufers, GR-73100 Chania. Verteilung DE, AT, CH: Prodomos Verlag, Mauerstrasse 7, D-14641 Nauen.

Joachim Schäfer: Artikel Barbara, aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon – https://www.heiligenlexikon.de/BiographienB/Barbara.htm

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