IKONEN MAUTNER

Alexander

Alexander 

Gedenktag orthodox: 14. November, 23. November, 30. August
Name bedeutet: der Wehrmann/Soldat (griechisch)
Fürst von Nowgorod, Großfürst von Kiew und von Wladimir-Susdal, Wundertäter

* um 1218 in Wladimir in Russland

14. November 1263 in Nischni Nowgorod in Russland

In einer der kritischsten Zeiten der Geschichte Russlands glänzte der Heilige Alexander Newski durch seinen Mut und seine Tugenden als christlicher Herrscher, durch seine tapfere Verteidigung des orthodoxen Glaubens und der Gerechtigkeit. Auf Gottes Ruf hin stellte er sein ganzes Leben in den Dienst des von allen Seiten angegriffenen russischen Volkes.

 Er wurde 1218 geboren, als Sohn des Fürsten von Pereslawl-Salesski (nördlich von Moskau), Jaroslaw Wsewolodowitsch. Von Jugend an führte ihn sein Vater in die Kunst der Staats- und Kriegsführung ein, doch lernte er durch das Studium der Heilligen Schriften und die Teilnahme am liturgischen Leben der Kirche auch, beide in gottgefälliger Weise auszuüben.

Alexander war so schön von Gestalt, so tapfer im Kampf und in seinem Verhalten so sehr geprägt von christlichem Edelmut, dass selbst seine Feinde ihn bewunderten. 1228, im Alter von bloß 10 Jahren, wurde Alexander zusammen mit seinem Bruder Theodor Fürst der großen und stolzen Stadt Nowgorod, doch das von Sozialkonflikten erschütterte, zerstrittene und rebellierende Volk nahm ihn nicht an. Als er aber bei der schlimmen Hungersnot von 1231 seine Speicher öffnete und alle Hungernden ohne Ansehen der Person speisen ließ, begannen diese umzudenken. Nach und nach erwarb sich der junge Prinz, Freund der Priester. der Mönche und der Armen, die Zuneigung seines Volkes und festigte seine Autorität, sodass er seine Energie darauf verwenden konnte, die mannigfach bedrohte Stadt zu schützen.

Seit 1223 hatten die von den Steppen Zentralasiens heran stürmenden Reiterhorden der Tataren (Mongolen) weite Gebiete des Ostens erobert und verwüstet. Ab 1237 fielen sie unter schrecklichen Massakern auch in Russland ein. Sie besetzten Wladimir und wandten sich dann nach Kiew, das sie völlig niederbrannten. Danach setzten sie sich im Südosten Russlands fest, in einem weiten Gebiet von großer strategischer Bedeutung, der Goldenen Horde, mit Sarai als Hauptstadt (die Hauptstadt des mongolischen Gesamtreiches und Sitz des Groß-Khans war Karakorum in Zentralasien). Mehr als 200 Jahre lang sollten sie von dort aus die russischen Fürstentümer beherrschen und durch schwere Steuerlasten bedrängen, unter ständiger Drohung mit Strafexpeditionen im Falle der Rebellion. Zugleich sah sich Alexander, seit dem Tod seines Bruders im Jahr 1236 alleiniger Fürst von Nowgorod, einer noch akuteren Gefahr von Westen herausgesetzt: Schweden, Litauer und Deutschritter taten sich zusammen, um sich der durch die Mongolen-Invasion geschwächten russischen Fürstentümer zu bemächtigen. Im Juli 1240 fielen starke schwedische Truppen in sein Gebiet , denen er nur eine schwache Verteidigungsarmee entgegenzustellen hatte. Doch am Vorabend der Entscheidungsschlacht, am 14. Juli, erschien auf der Newa ein mysteriöses Schiff, auf welchem sich die Heiligen Boris und Gleb befanden und die himmlischen Ruderer anspornten, sich zu beeilen, „um unserem Verwandten Alexander” zu Hilfe zu kommen. 

Ermutigt durch diese Erscheinung und unterstützt von der Gottesmutter, errangen Alexander und seine Männer anderntags einen glänzenden Sieg. Deshalb gab man ihm den Beinamen „von der Newa” (Newski). Trotz diesem Sieg aber wurde Alexander später infolge neuer Spaltungen unter dem Volk aus seiner Stadt vertrieben. Als im folgenden Jahr die Deutschritter Pskow (Pleskau) einnahmen und Nowgorod unmittelbar bedrohte, rief man ihn zurück. Ohne Groll eilte der junge Prinz seinem Volk zu Hilfe und errang am 5. April 1242 auf dem zugefrorenen Peipussee einen neuen entscheidenden Sieg. In den folgenden Jahren kämpfte er gegen die wiederholt einfallenden Litauer, die er 1245 bei Wizebsk endgültig zurückstieß.

1246 wurde Alexander zusammen mit den anderen russischen Prinzen in die Goldene Horde gerufen. Die mongolische Sitte verlangte bei Todesstrafe, dass man dem Tataren-Herrscher mit einem bestimmten heidnischen Ritus huldigte. Im Wissen darum und vorbereitet auf den Tod verneigte sich Alexander respektvoll vor dem Khan, weigerte sich aber, den Ritus zu vollstrecken, und sagte: „Majestät, ich erweise dir die Ehre, denn Gott hat dir die Herrschaft verliehen. Doch Götzen kann ich nicht ehren, denn ich bin Christ und bete den einzigen Gott in Drei Personen an, den Schöpfer des Himmels und der Erde.” Der Khan, beeindruckt von seinem Mut und in Kenntnis gesetzt von den Heldentaten des Prinzen, gab den Befehl, dass man ihm kein Leid zufüge, und gewährte ihm von da an eine ausgesuchte Gastfreundschaft. Von der Goldenen Horde wurden Alexander und sein Bruder Andreas zum Groß-Khan nach Karakorum geschickt, in den fernen Osten des Mongolenreichs. Er kehrte erst 1251 von dieser langen Reise zurück, erschöpft und krank, doch ausgerüstet mit der Bestätigung seiner Herrschaft als Fürst von Nowgorod und Kiew und mit dem Vertrauen der Besatzungsmacht.

1252 erhob sich Andreas, Fürst von Wladimir, gegen die Tataren und verbündete sich mit Schweden, womit er Russland schrecklichen Vergeltungsmaßnahmen aussetzte. Alexander begab sich in die Goldene Horde und konnte das Schlimmste verhindern. Mit Staatsgeldern kaufte er auch viele Gefangene zurück. Er erhielt nun die Herrschaft über ganz Russland und kehrte in den folgenden Jahren oft zum Khan zurück, um Fürbitte einzulegen für sein Volk, das sich gegen die schweren Steuerlasten auflehnte.

Die fortdauernde Bedrohung aus dem Westen trat damals in eine neue Phase. Papst Innozenz IV. hatte Missionare in die russischen Fürstentümer entsandt, um das orthodoxe Volk zum römischen Glauben zu bekehren. Dem stellte sich Alexander entschieden entgegen. Er verwarf die römischen Dogmen, die der apostolischen Tradition fremd sind – der Tradition der Apostel, die dem russischen Volk durch Byzanz überliefert wurde -, worauf die katholischen Mächte einen richtiggehenden Kreuzzug gegen ihn entfesselten. 1256 zogen Schweden, Dänen, Finnen und Deutschritter gemeinsam gegen Nowgorod, doch

Alexander warf die Koalition zurück und besetzte sogar Finnland. 1260 forderten die Mongolen zusätzliche Tributzahlungen und zogen außerdem viele Russen in zur Bemannung ihres Feldzugs gegen Persien. Da ging Alexander abermals nach Sarai zum Khan und erwirkte eine Erleichterung der Forderungen. Doch erschöpft von der Reise und krank, starb er auf dem Rückweg am 14. November 1263, nachdem er auf dem Sterbebett unter dem Namen Alexij das Große Mönchsgewand empfangen hatte.

1380 fand man seine Reliquien unversehrt, und 1721 ließ Peter der Große dieselben nach Sankt Petersburg bringen (30.8.), in die Hauptkirche der Lawra, die er dem Heiligen Alexander geweiht hatte, und erklärte in gleichzeitig zum Schutzpatron Russlands.

 

Aus dem Buch: Das Synaxarion – die Leben der Heiligen der Orthodoxen Kirche Gemeinschaftswerk der byzantinischen Hagiographie (12 Bände), Französische Adaption in 6 Bänden Priestermönch Makarios von Simonos Petra (Athos), deutsche Adaption in 2 Bänden Hl. Kloster des Hl. Johannes d. Vorläufers, Chania, 2005 für die deutsche Fassung: Kloster des Klosters des Hl. Johannes d. Vorläufers, GR-73100 Chania. Verteilung DE, AT, CH: Prodomos Verlag, Mauerstrasse 7, D-14641 Nauen.

Joachim Schäfer: Artikel Alexander Newskij, aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Alexander_Newskij.htm

 

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